
Kompetenzdiagramme sehen immer überzeugend aus. Bis man versucht, sie auf das wirkliche Leben zu übertragen.
Der Manul schaut auf das Diagramm. Und er beeilt sich nicht, davon beeindruckt zu sein. Denn dort sieht alles schön aus: Führung, Kommunikation, Systematik. Im wirklichen Leben ist alles etwas komplizierter.
Führung kann zu Druck werden. Kommunikation kann ermüden. Systematik kann Entscheidungen verlangsamen. Das Problem ist nicht, dass es zu wenige Kompetenzen gibt.
Das Problem ist, dass sie sich im Arbeitsalltag nicht immer gegenseitig verstärken. Manchmal geraten sie sogar in Konflikt.
Dann ist es wichtig, nicht nur auf die Stärken zu schauen, sondern auch auf die Stellen, an denen es schwierig wird: wo die innere Anspannung wächst, wo die gewohnte Art zu handeln nicht mehr hilft, wo der Aufwand einen zu hohen Preis fordert.
Der Manul weiß das. Deshalb schaut er nicht nur darauf, worin jemand stark ist, sondern auch darauf, welchen Preis diese Stärke kostet.
